Aktionäre fragen – CEO Johann Horch antwortet

Geschäftsentwicklung: 

Wie war das Jahr 2018 für niiio und DSER? Ergebnis, Entwicklung, Auftragseingang/Stand der Projekte, Volumen, etc.?

Die Publikationsdaten der Halbjahres- bzw. Jahresabschlüsse entnehmen Sie bitte dem Finanzkalender auf unserer Website.

Können Sie Beispielprojekte aufführen? Dauer der Entwicklung / Einführung, Projektumfang, Marge?

2018 konnten zahlreiche Neukunden-Abschlüsse verzeichnet werden. Darunter zählen insbesondere eine der großen deutschen Banken, eine renommierte Privatbank, ein Marktführer im Bereich Vermögensverwaltung sowie die FiNet Asset Management AG, und auch die V-Bank AG. Die teils langläufigen Projekte spiegeln an vielen Stellen revolutionäre, digitale Geschäftsmodelle im Vermögensmanagement wider. Diese Projekte laufen zum Teil noch bzw. sind im letzten Quartal 2018 gestartet. Wir erwarten im Laufe des Jahres 2019 einige erfolgreiche Projektabschlüsse, die sich dann auch in puncto Umsatz/Marge bemerkbar machen werden.

Gab es Probleme & Fehlschläge? Kundenabgänge?

Nein, wir haben keine Kundenabgänge zu verzeichnen.

Wie sehen Sie für 2019 den Ausblick für niiio und DSER gemeinsam? Synergieeffekte, Highlights, Chancen/Möglichkeiten, Risiken?

Wir legen mit der Einbringung im Wesentlichen das Fundament für die Skalierung unseres Geschäftsmodells – ob nun horizontal entlang unserer Services oder vertikal innerhalb unserer Wertschöpfung. Der Zusammenschluss mit DSER ist daher eine große Chance für niiio finance group AG und unsere Aktionäre. Gemessen am Umsatz wird es somit die niiio finance group AG künftig um ein Vielfaches größer sein können als heute. Mit seiner starken Marke „munio“ ist DSER schon heute einer der führenden Anbieter für Portfoliomanagement-Software in Deutschland. Durch die Integration in die niiio finance group AG werden wir unseren Kunden eine noch breitere Produktpalette anbieten können. Wird das operative Geschäft der DSER GmbH eingebracht, steuert die niiio finance group AG damit auch deren Entwicklungs- und Vertriebsmannschaft. Das sind derzeit rund 50 Mitarbeiter an verschiedenen Standorten deutschlandweit. Das dann gemeinsame operative Geschäft soll weiter ausgebaut und der Personalbestand kurz- bzw. mittelfristig verdoppelt werden.

 

Konkurrenz und Markt:

Wie entwickelt sich aus Ihrer Sicht der Markt und der Wettbewerb? Wie wird sich niiio hier positionieren?

Wir sehen uns als innovativen, radikal anders denkenden Lösungspartner und möchten uns somit von den vielen Produktanbietern am Markt abheben. Wir setzen Fach- und Technologiekompetenz ein, um Lösungen mittels unserer Produkte zu bauen. Dabei kommen immer häufiger neue Geschäftsmodelle und Formen von Finanzlösungen bei unseren Kunden und Partnern heraus. Außerdem haben wir alles Wesentliche in unserem Brand bereits verankert: neu, innovativ, intuitiv, intelligent, online. Eben „niiio“. Der Hebel ist, dass wir aus einer Hand Portfoliomanagementsystem, API-Lösungen und White-Label-Robo-Advisor anbieten können. Betrachtet man die Herausforderungen für zahlreiche unserer Wettbewerber in den einzelnen Disziplinen, bestätigen uns unsere täglichen Gespräche mit Interessenten und Kunden in unserer Strategie- und Positionierungsentscheidung.

Wer sind Ihre direkten Konkurrenten? Gegen wen gewinnen/verlieren Sie bei Pitches/Ausschreibungen und warum? Wo liegt ihr USP und wie gross ist der „Burggraben“ ihrer Produkte (Bsp. Entscheidung der Eigenentwicklung von Kunden vs. Nutzung niiio Robo)?

  • Mit unserem Kernprodukt „munio“ verfügen wir über eines der effizientesten und ausgereiftesten Portfoliomanagementsysteme im deutschen Finanzdienstleistungsmarkt. Unsere Wettbewerber in diesem Bereich sind u. a. Triple“A, Avaloq, VWD, Crealogix und Aixigo.
  • Völlig unabhängig von munio haben wir mit dem White-Label-Robo-Advisor ein Produkt entwickelt, mit dem wir regelmäßig gegen Scalable Capital, Ginmon, Vaamo, Investify oder andere Robo-Advisor-Anbieter bei Ausschreibungen pitchen. Betrachtet man nur diesen Markt für sich allein, so ist er neu, schnell wachsend und sehr agil. Gerade in diesem Zusammenhang beobachten wir mit großem Interesse, wie neuerdings Black-Label-Robo-Advisor – also Anbieter mit eigenem, konkurrierenden Vermögensverwaltungsgeschäft – ihre Geschäfte mit White-Label-Projekten ausbauen wollen – und oftmals aufgrund des dahinter stehenden Investorendrucks sogar müssen.
  • Die dritte Produktlinie der niiio finance group AG, nicht so sichtbar wie die beiden anderen, weil es sich hierbei um eine Backend-Technologie handelt, ist Minerva, unsere Open-Banking-API-Suite. Nicht zuletzt seit PSD2 sind APIs ein zentrales Thema. APIs sind vielfältig einsetzbar. Bei Kundenprojekten stehen wir beispielsweise mit figo und NDGIT in direkter Konkurrenz. Gleichzeitig bedienen wir aber auch Marktteilnehmer wie NDGIT und Wealthpilot mit unseren eigenen APIs und bilden somit das Fundament auch für deren Geschäftsmodelle. In einigen Produkten dritter FinTechs wurden unsere APIs beispielsweise für Depotwechsel-Services als White-Label-Lösung integriert. Die niiio-APIs bilden dabei oftmals die Schnittstelle zwischen einem PMS, einem Robo sowie weiteren IT-Systemen.

Wer sind ihre Partner und was ist ihre Partnerstrategie?

Wir setzen vermehrt auf strategische Allianzen mit bedeutenden Partnern wie Thomson Reuters/Refinitiv oder BearingPoint. Diese ebnen den Weg in Richtung internationale Großprojekte. Neben dem direkten Weg planen wir darüber hinaus im Vertriebsbereich auch auf das bestehende Partner-Netzwerk zurückzugreifen und dies noch weiter auszubauen. Spezial-Know-how wie z. B. von unserem Schweizer Partner 3rd-eyes, RegTech-Experten ShieldFC aus Israel sowie auch AI-Profi GET Capital AG erweitern unser künftiges Service-Portfolio.

 

Technologien und Produkte:

Wie ist der Stand der Blockchain Entwicklungen? Welche Strategie verfolgt man hier nachdem der Hype abgeflacht ist? Warum wurde Wandelanleihe als „Aushängeschild“ für erste Anwendung nicht durchgeführt?

Wir haben für uns relevante Cases, wie Handel mit eigenen Wertpapieren oder Emittieren der eigenen Anleihe erkannt und testen dies im Rahmen eines eigenständigen Sand-Box-Projektes. Dabei sammeln wir wertvolle Erfahrungen, um sowohl technisch als auch regulatorisch auf eine Skalierung aber auch disruptive Transformation vorbereitet zu sein.

 

Integration und Wachstum:

Die Integration (strukturell, kulturell und prozessual) dürfte bei niiio/DSER wenig Probleme bereiten – wie ist hier jedoch die Planung hinsichtlich Mitarbeiter und Standorte > Wachstumsstrategie im Detail?

Zum Jahresende 2018 haben DSER und niiio finance group AG die Vorbereitungen für die Einbringung abgeschlossen. Aktuell arbeiten wir mit Hochdruck an der weiteren Umsetzung und werden unsere Aktionäre regelmäßig über die nächsten Schritte informieren.

Neben dem Standort Görlitz wurden im letzten Jahr Bürostandorte in Dresden und Frankfurt eröffnet. In Dresden haben wir größere Räumlichkeiten angemietet, so dass auch dort einem weiteren Wachstum nichts mehr im Wege stehen sollte.

Wird es eine Fokussierung auch die DACH Region geben oder gibt es bereits erste Internationalisierungsstrategien?

Aktuell liegt der Fokus auf der erfolgreichen Umsetzung der laufenden Projekte in der DACH-Region. Dennoch ist mittelfristig (auch über Partner wie ThomsonReuters/Refinitiv oder BearingPoint) die internationale Ausrichtung geplant.

 

IR:

Wünschenswert wäre eine proaktive IR. Aktuell eher PR und keine klare Investorenansprache.

Wir verbessern ständig unsere Kommunikation. Der Launch der neuen Website, Einrichtung eines Blogs und des IR-Newsletters sind nur die ersten Maßnahmen. Belohnt werden diese Aktivitäten mit ersten Erwähnungen bspw. im Nebenwerte-Magazin oder auf Börsengeflüster. Wir sind in Zukunft bestrebt, die Kommunikation weiter zu verbessern.

Aktionärsstruktur: Wer sind die grössten Aktionäre? Welche Strategie/Intentionen verfolgen diese? Gibt es Kontakt/Gespräche mit den übrigen Anteilseignern?

Die größten Einzelaktionäre sind DSER GmbH, Volksbank eG Braunschweig Wolfsburg, Pecunia Beteiligungsgesellschaft, PEN GmbH, Scherzer AG sowie ich als CEO persönlich. Wir haben eine gesunde Mischung von institutionellen Investoren, die uns signalisieren, ihre Anteile zum Teil erhöhen zu wollen, sowie eine solide Basis von Privatinvestoren, die schwächere Kurse zum Nachkaufen nutzen.

Wer ist Ansprechpartner für Investoren?

Johann Horch
Susanne Uhl
Frederik von Lonski

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