Aufklärung zu: „Wie Corona den Glauben an die strategische Asset Allokation innerhalb von zwei Wochen tötete!“

Mein Artikel „Wie Corona den Glauben an die strategische Asset Allokation innerhalb von zwei Wochen tötete!“ vom 18.03.2020 wirbelte zahlreiche kontroverse Stimmen auf.

Auf zahlreiches Bitten werde ich in dem nun folgenden Artikel die Herleitung transparent aufzeigen und lade zu Diskussionen ein. Vorab, mir geht es nicht darum die Berater zu diskreditieren oder die Banken in eine Ecke zu stellen. Mir geht es einzig darum, zum gemeinsamen Denken einzuladen, das herkömmliche Denken zu überwinden, und Neues anzupacken. Die Krise zeigt sehr eindrücklich, wie schnell alle gesellschaftlichen Bereiche in der Lage sind, Althergebrachtes zu überwinden und die neuen Möglichkeiten zu nutzen, die Technologie uns bietet.

Die bisherige Vorgehensweise bei der Vermögensberatung war wie folgt:

Man wählt im Rahmen der strategischen Asset Allokation (SAA) eine feste Assetklassen Verteilung. Häufig findet man die Verteilung 50% Aktienquote und 50% Rentenquote vor. In unserem Beispiel setzen wir 50% DAX und 50% RexP ein. Nach der SAA werden die Assetklassen mit einzelnen Werten aufgefüllt. Zur einfachen Herleitung nehmen wir 5 Dax-Aktien mit der größten Marktkapitalisierung und 5 Rentenfonds, die laut www.onvista.de das größte Fondsvolumen aufweisen.

Die Rendite des Dax über die letzten 10 Jahre beträgt 4% p. a. Der maximale Verlust beträgt 72%. Die durchschnittliche Rendite im RexP über die letzten 10 Jahre beträgt 2,6% p.a. Der maximale DrawDown beträgt 5,5%. Setzt man beide Instrumente 50-50 zusammen, so kommt man auf eine Rendite von 3,3% p.a. und geht ein Verlustrisiko von 39% ein.

Legende: Oberer grüner Chart = DAX, mittlerer goldener Chart = 50% Dax-50% RexP, unterer blauer Chart RexP

Nun füllen wir die Aktien- und Rentenquote mit den 10 ausgewählten Werten auf und verteilen diese mit je 10% gleichmäßig. Wir nennen diese Allokation „Assetallokation 50% Aktien – 50% Renten“

Das Risiko der neuen Allokation mit den 10 Werten steigt von erwarteten 39% auf 50% an. Dagegen halbiert sich die Rendite von 3% auf unter 1,5%. Dieser Effekt ist leider ohne geeignete Softwareunterstützung nie sichtbar, weil das Auffüllen der SAA meistens ohne Software von statten geht.

Dreht man die Vorgehensweise um und optimiert ohne Vorgabe der Assetgrenzen die 10 gegebenen Wertpapiere, so kann man eine andere Risiko/Rendite-Konstellation berechnen, die durch den effizienten Rand  dargestellt wird. Es wird offensichtlich, dass eine Rendite von 3% erreichbar ist. Das entsprechende maximale Verlustrisiko („DrawDown“) kann auf weniger als 30% reduziert werden. Im Vergleich zu der Asset Allokation, die manuell auf Einzeltitel heruntergebrochen wird, ergibt sich eine dramatisch bessere Risiko/Rendite-Konstellation.

Das blaue Chart ist das optimierte Depot, das wesentlich stabilere Ergebnisse generiert als die manuelle Zusammensetzung. Leitet man aus diesem Ergebnis die Assetallokation zurück, so stellt man fest, dass diese nahezu identisch 50-50 ist.

Fazit: Zur Verbesserung der Risiko-/Rendite-Steuerung von Portfolien sollte umgehend von strategischer Assetallokation auf Einzelwertoptimierung mit algorithmischer Unterstützung umgestellt werden.

Merke:

  • Essentiell ist nicht die Vorgabe von Assetklassen Grenzen, sondern die Auswahl der Einzelwerte und deren Verhalten in Krisensituationen.
  • Algorithmische Optimierung ist besser als manuelle Portfolio-Konstruktion.
  • Asset Allokation ist immer das Ergebnis einer Einzelwertoptimierung.


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